Projektkooperation
Konrad-Adenauer-Stiftung Zagreb – Zentrum für Deutschland- und Europastudien CGES
in Zusammenarbeit mit
Leibniz-Institut für Ost- und Südosteuropaforschung, Regensburg – Institut društvenih znanosti Ivo Pilar, Zagreb

Von Kroatien nach Deutschland und zurück? Transnationale Migration und gesellschaftlicher Wandel

Projektleitung: prof. dr. sc. Siegfried Gehrmann (Universität Zagreb CGES),Prof. Dr. Ulf Brunnbauer (Leibniz-Institut), Dr. Carolin Hornstein-Tomić (Ivo Pilar)

Projektkoordination: prof. dr. sc. Siegfried Gehrmann (CGES)

Projektsprachen: Deutsch, Kroatisch – die Konferenz wird simultan gedolmetscht

Die starke Zuwanderung aus Kroatien nach Deutschland hat eine lange Geschichte und reicht wenigstens bis zum Zweiten Weltkrieg zurück. Daraus ergibt sich bereits eine wichtige Frage: Wie wurden diese Erfahrungen und das Wissen über das Ziel- bzw. Herkunftsland von Generation zu Generation weitergegeben? Gleichzeitig ist die Migration oft kein abgeschlossener Prozess. Viele Migranten aus Kroatien planen im Laufe ihres Lebens wieder zurückzukehren und halten daher enge Beziehungen mit ihrer Heimat aufrecht; manchmal entdeckt die zweite oder dritte Generation, dass ihre Kenntnisse von der „alten Heimat“ von Vorteil sein können, wenn sie etwa dort einen Betrieb eröffnen wollen. Mit ihren mitgebrachten kulturellen Praktiken und Erinnerungen haben die Migranten und ihre Nachkommen stark zum Wandel der deutschen Gesellschaft, ja zu ihrer Modernisierung beigetragen. Gleichzeitig ist zu fragen, ob es Wege gibt, die positiven Effekte der Migration für das Abwanderungsland zu stärken, das die Emigration vor allem als Verlust von Humankapital erlebt.

Vor diesem Hintergrund untersucht das Projekt anhand exemplarischer Fragestellungen und ausgewählter Regionen das transnationale Migrationsgeschehen zwischen Kroatien und Deutschland. Im Fokus stehen die Migrantinnen und Migranten sowie ihre Nachkommen.

Gefragt wird:

  • wie diese durch ihr Handeln sowohl die deutsche als auch die kroatische Gesellschaft seit den 1960er Jahren verändert haben,
  • wie sich dadurch ihre eigenen kulturellen Identitäten, ihre Werthaltungen und Zukunftsentwürfe transformierten
  • und vor welchen Herausforderungen RemigrantInnen stehen, wenn diese nach Kroatien zurückkehren und sich hier eine neue Existenz aufbauen.

Im Rahmen der zeitlichen Begrenzung auf ein Jahr ist das Projekt auf vier Aspekte beschränkt:

  • Motive der Migration und Remigration
  • Ökonomische und soziale Rückwirkungen auf das Herkunfts- und Sendeland
  • Transnationale Lebenswelten und der Wandel kultureller Identitäten und Werthaltungen
  • Remigration und Integration in das Heimatland: Chancen und Herausforderungen

In die Konferenz integriert ist ein Workshop mit Praktikern und RemigrantInnen, die über ihre Migrations- und Remigrationserfahrungen berichten.

Geplant ist für 2024

  • eine zweitägige internationale Konferenz mit Workshop am 17/18 Okt. 2024: an der Universität Zagreb zu dem Thema Von Kroatien nach Deutschland und zurück? Transnationale Migration und gesellschaftlicher Wandel sowie ein Workshop, in dem RemigrantInnen aus unterschiedlichen Berufsfeldern (Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung) und unterschiedlichen Zeitabschnitten mit ExpertInnen aus Wissenschaft und Wirtschaft über ihre Migrations- und Remigrationserfahrungen diskutieren.
  • Veröffentlichung der Projektergebnisse in deutscher und kroatischer Sprache